Reiseberichte

Top of Europe - Jungfraujochbahn (CH) - 24.09.2005

Unsere Rundfahrt mit der Bahn beginnt in Interlaken-Ost, wir kaufen die Fahrkarten und beginnen unsere Fahrt in Richtung Lauterbrunnen - Wengen - Kleine Scheidegg und weiter bis aufs Jungfraujoch - Top of Europe 3454m. In Lauterbrunnen mussten wir nach einem kurzen Halt umsteigen, dann ging es mit der Zahnradbahn weiter.  Dies ist nötig um die steile Strecke überwinden zu können. Zurückschauend ins Tal Richtung Lauterbrunnen sehen wir den hohen Wasserfall nach der Ortschaft. Nun ging die Fahrt weiter Richtung Kleine Scheidegg und vor uns ein beeindruckender Blick auf den mächtigen Jungfrau Gletscher. Am Bahnhof Kleine Scheidegg mussten wir 1/2 Stunde auf die Weiterfahrt mit der Jungfraubahn warten. Dieser Aufendhalt kam uns sehr zu recht um ein Rösti mit Würstchen zu Mittag zu essen und die herrliche Umgebung zu geniessen. Nach dem Essen ging es dann mit der Jungfraubahn weiter in Richtung Jungfraujoch. Vor uns die mächtige Eigernordwand und an dessen Fuse die Zahnradbahn.

Die Bahn fährt nun durch einen langen Tunnel quer und steil aufwärts 1 Stunde lang durch die Eiger Nordwand hinauf auf den Gletscher. Dieser Tunnel wurde 1912 nach 16 Jähriger Bauzeit durchgehend in Betrieb genommen.

Schon damals war die Strecke elektrifiziert und noch heute fährt die Bahn mir 1125V Drehstrom. In Mitten der Eiger Nordwand auf 2865m Höhe, bleibt der Zug an der Haltestelle Eigerwand kurz stehen um den Fahrgästen den beeindruckenden Blick duch die Fenster im Fels in die Tiefe zu ermöglichen. Es ist ein wahrlich beeindruckender Blick in die Tiefe, nur etwas für schwindelfreie aber zum Glück gibt es da eine dicke Glasscheibe die uns vor einem Sturz in die Tiefe schützt. Etwas weiter oben gibt es eine zweite Haltestelle auf der anderen Seite des Berges mit einem weiteren Fenster im Felsen und einen wunderschönen Blick auf das sogenannte Eismeer. Der Bahnhof am Jungfraujoch befindet sich im inneren des Berges. Auf meinen Bildern sieht man auch die Sphinx 3571m, die man mittels Aufzug erreichen kann. 7m/sec schnell ist der 108m lange Aufzug, da drückt es einen wärend der Fahrt ganz schön in die Knie. In der Sphinx befindet sich eine Sternwarte und eine grosse Aussichtsterrasse mit imposanten Rundblick auf die Gletscherwelt, UNESCO – Weltnaturerbe, unter anderem auf den Mönch 4107m, die Jungfrau 4158m und den Aletsch Gletscher mit seiner km langen Eiszunge. Der Eisstrom des Aletsch Gletschers ist der längste der Alpen. ca. 9km lang und an der dicksten Stelle ca. 900m dick.

Bei einen Blick hinab in die Tiefe erkennen wir weit unten die Kleine Scheidegg am Fusse der Eiger Nordwand wo wir nach dem Mittagessen umgestiegen sind bevor der Zug in die Eiger Nordwand fuhr. Dadurch wird einem nochmals deutlich was es für eine Leistung war am Ende des 19ten Jahrhunderts eine solche Bahn zu erbauen. Vor der Talfahrt besuchen wir noch den Eispalast der sich in der Bergstation am Jungfraujoch befindet, da kann man ins innere des Gletschers sehen indem man durch unzählige Gänge aus Eis spaziert. Der  Rückweg führt uns nun wiederum zur Kleinen Scheidegg, dort heißt es umsteigen und weiter gehts diesmal rechts direkt am Fusse der Eiger Nordwand entlang hinunter nach Grindelwald um von dort aus zurück nach Interlaken Ost zu gelangen. Es war eine nicht ganz billige Fahrt, aber im Nachhinein muss ich sagen sie war jeden Franken wert. Nirgendwo anders kann man sowas erleben, an einem Tag mit den verschiedensten Bahnen durch die Berge zu fahren und so viel schöne Natur so nahe zu erleben. Für weitere Informationen, die offizielle Homepage

Dampfbahnfahrt am Furkapass  (CH) - 28.08.2004

Es war eine außergewöhnliche Fahrt mit einer historischen Dampflok aus dem Jahre 1913 über den Furkapass von Realp nach Gletsch.

Vor der Abfahrt in Realp muss die Lok ca. fünf bis sechs Stunden lang vorgeheizt werden. Um einen vollbesetzten Zug mit 60 Tonnen Anhängelast von Realp nach Gletsch zu befördern verbraucht sie ca. 700kg Kohle und 3000 Liter Wasser.

Unser Zug wurde von der Dampflok HG 3/4 Nr. 9 "Gletschhorn" gezogen. Diese einzigartige Dampflok wurde 1913 von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur für die Gesellschaft BFD (Brig – Furka – Disentis) gebaut. Nachdem die Lok 1947 nach Vietnam verkauft wurde, blieb sie dort bis 1975 auf der Strecke Thàp Chàm – Dà Lat im Einsatz. Erst 1990 wurde die nicht mehr betriebsfähige Lok in die Schweiz zurückgeholt und umfangreich rekonstruiert. Erst im Jahre 1993 durfte die Lok dann erstmals wieder über den Furkapass dampfen.

Aber auch die Bahnstrecke von 12,9 km hat es in sich. Der Dampfzug muss während der etwas über 1½ Stunden langen Fahrt, Steigungen von bis zu 100‰ mit der Hilfe von Zahnstangen überwinden. Auch unzählige Kunstbauten folgen sich auf der Strecke, vier Tunnels, der Scheiteltunnel weist eine Länge von 1874m auf, fünf Brücken, von denen die 37,5m lange Steffenbachbrücke ein weltweites Unikum ist. Jeweils vor Wintereinbruch wird diese geniale Konstruktion an die Bergflanken zurückgezogen, um den zu Tale donnernden Lawinen den Vortritt zu lassen. Im Winter werden auch die Tunnels mit Toren verschlossen, um das Eindringen von Schnee und Eis zu verhindern.

Noch einige technische Daten der Dampflok HG 3/4 Nr.9 "Gletschhorn"; Dienstgewicht 42 Tonnen, Leistung 600 Ps, max Kesseldruck 14 bar, Höchstgeschwindigkeit 45 km/h auf den Adhäsionsstrecken und 20 km/h auf den Zahnradstrecken.

Am Ausgang des längsten Tunnels, den unter den Furkapass, angelangt, hatten wir eine wunderbare Aussicht auf den Rhone Gletscher, oder besser gesagt auf das wenige was unterhalb des Furkapasses noch von ihm übrig ist. Ab diesen Moment ging die Fahrt bergabwärts bis nach Gletsch weiter. Dort angekommen fuhren wir nun aber mit dem Bus bis nach Oberwald weiter und von da mit der Bahn durch den Furka-Basistunnel zurück nach Realp. Anschliessend konnten wir nicht darauf verzichten mit dem Auto nochmals auf den Furkapass zu fahren um die Eisgrotte am Rhone Gletscher zu besichtigen.

Was uns dort am meisten beeindruckt hat, war nicht so sehr die Eisgrotte die auf jeden Fall sehenswürdig ist, sondern noch viel mehr der enorme Rückgang des Gletschers auf Grund der Klima Veränderung. Vor wenigen Jahren (ende der 90er Jahre) konnte man hier noch beinahe eben in die Grotte hineingehen. Heute aber liegt der Eingang beeindruckende 50m tiefer. Es war wirklich eine schönes Erlebnis das ich jeden nur weiterempfehlen kann. Alle technischen Angaben wurden von mir aus dem Depliant der Dampfbahn Furka entnommen. Für weitere Informationen, die offizielle Homepage

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