Loksound für die FS 245 Comofer

by Gideon de Vries (01 Februar 2011)

Wie baut man einen Sound Decoder und digitale Kupplungen ein in dem man die Fahrerkabine frei lässt

Die Rangierlok der italienischen Staatsbahnen FS 245 von Comofer ist ein sehr schönes und detailreiches Model. Obwohl für digital vorbereitet und erst seit kurzem realisiert, erweist sich die Digitalisierung trotzdem als schwierig. Wenn man dann auch noch den Anspruch erhebt einen Loksound Decoder und digital ferngesteuerte Kupplungen einzubauen wird es noch bedeutend schwieriger. Die grössten Probleme an diesem Model sind die Schwierigkeit es zu öffnen ohne Schäden zu verursachen und der zu geringe Platz im Inneren der Lokomotive, so das es zur Zeit kaum Decoder gibt die überhaupt im Inneren dieses Models genügend Platz hätten. Weiters weist das Model im Digitalbetrieb ein unruhiges und ruckhaftes Fahrverhalten auf. Ein weiteres Problem ist die schlechte Stromaufnahme auf Grund des kurzen Achsabstandes der Stromaufnehmenden Räder, denn die Haftreifen befinden sich leider auf den beiden Rädern der ersten Achse, es währe viel sinnvoller gewesen die Haftreifen auf die Mittlere Achse zu verlegen. Nun sehen wir wie ich es geschafft habe die meisten dieser Probleme zu beseitigen oder zumindest zu lindern. Schon von Anfang an war es meine Absicht einen Sound Decoder einzubauen, aber nachdem ich das Model geöffnet hatte, habe ich sofort verstanden dass dies absolut nicht leicht sein würde. Nach längeren Recherchen und versuchen mit verschiedenen Decodern habe ich bei der Firma Portigliatti in Turin (offizieller Importeur für Zimo in Italien) den neuen Sound Decoder ZIMO MX646 gefunden. Dieser Sound Decoder ist derartig klein (nur 28x 10,5x 4mm) das ich ihn gemeinsam mit dem Lautsprecher (10x 11x 15mm) in den Vorbau der Lokomotive einbauen konnte in dem ich nur ein kleines Stück Metall am Rahmen entfernen musste. Auf diese Art und Weise ist es mir auch gelungen die Fahrerkabine frei zu lassen.

Nach Vollendung der Arbeit sieht meine 245 genauso aus, als währe sie gerade aus der Packung genommen worden. Der von mir verwendete Zimo Decoder hat die CV Werte bereits so optimiert, das die Lok nun nicht mehr ruckelt und die vorigen Probleme im Digitalbetrieb praktisch vergessen lässt. Weiters hat die Lok nun mit diesem Decoder eine unglaublich seidenweiche Anfahrts- und Mindestgeschwindigkeit. Der Loksound ist sehr überzeugend und absolut realistisch. Paolo Portigliatti, der Inhaber der gleichnamigen Firma aus Turin und Zimo Importeur für Italien hat diesen Loksound selber programmiert nachdem er zuvor den Sound der echten! Lokomotive aufgenommen hat. Ihr könnt euch selber überzeugen in dem ihr meinen in dieser Internetseite eingebetteten YouTube Film anseht. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, aber für diejenigen die schon ein weinig Erfahrung haben sicherlich nicht zu schwierig und man benötigt auch keinerlei spezielle Ausrüstung. Es ist einen Versuch wert.

Benötigtes Werkzeug:

Man benötigt nichts aussergewöhnliches, kein professionelles Werkzeug sondern: einen kleinen Schlitz- und Kreutzschraubenzieher, Zange, Pinzette, Metall- Säge und Feile, Furniermesser, einen Plastik Zahnstocher (ich verwende immer einen von denen die bei den Viktorinox - Schweizer Offiziermessern dabei sind) Lötgerät, Lötzinn und ein Isolierband. Für die elektrischen Anschlüsse benötigt man die Handbücher der Comofer Lok und des Zimo Decoders. Für diese Projekt habe ich einen Decoder ZIMO MX646 mit von Paolo Portigliatti programmiertem Sound der FS 245 und 2 fernsteuerbare digital Kupplungen Krois MK1 verwendet.

Also beginnen wir nun mit dem öffnen des Models, was sehr heikel und oft sehr schwierig sein wird. Der Grund dafür sind die häufig verklebten Teile, obwohl sie es nicht sein sollten. Aus diesem Grund ist es auch nahezu unmöglich keine Schäden zu verursachen. Wichtig ist es vor allem keine sichtbaren Schäden zu machen. Ich kann an dieser Stelle nur meine Vorgangsweise beschreiben aber jeder muss dies dann auf eigene Gefahr und Verantwortung machen. Bei meiner 245 Comofer war das Dach verklebt, aber mittels Plastik Zahnstocher (der von Viktorinox – Schweizer Offiziersmesser) konnte ich ganz vorsichtig zwischen Dach und Kabine hebeln, und zwar äusserst vorsichtig und immer wieder Position wechselnd und niemals zu viel Kraft anzuwenden. So habe ich es geschafft schön langsam das Dach von der Kabine zu lösen, zum Glück ohne Beschädigungen.

Man benötigt wirklich sehr viel Geduld. Wenn ein Befestigungs- Stift bricht was soll’s, das ist nicht weiters schlimm, aber das Dach biegen oder gar abbrechen währe da schon viel schlimmer. Dach entfernt, muss nun die Kabine abmontiert werden, auch dies alles andere als leicht. Zuerst müssen die Handläufe von der Kabine gelöst werden (auch diese sind verklebt), und immer mit Hilfe des üblichen Plastik Zahnstochers müssen die Häkchen im inneren der Kabine gelöst werden. Achtung beim entfernen der Kabine, sie muss möglichst gerade angehoben werden, ansonsten könnte eines der beiden Rücklichter abbrechen.

Auf den beiden Fotos hier daneben sieht man die Häkchen die die Fahrerkabine und den Vorbau halten. Jetzt wird der Vorbau von unten mit Hilfe eines kleinen Schraubenziehers ausgehängt.

Die Handläufe habe ich nur von der Fahrerkabine wo sie angeklebt waren gelöst, habe sie also nicht komplett abmontiert. Ich habe jedoch das ganze Teil wo die Handläufe montiert sind abgezogen.

Das Gehäuse ist nun abmontiert und nun wird mit einem Schraubenzieher die schwarze Plastik Abdeckung di den Motor abdeckt gelöst und abgenommen.

Nun musste ich den Rahmen komplett zerlegen und ein kleines stück Metall entfernen um dadurch den nötigen Platz für den Decoder zu schaffen. Die Bilder hier unten dokumentieren die verschiedenen Arbeitsschritte um mehr Platz zu schaffen.

Unten mit Hilfe des üblichen Plastik Zahnstochers müssen die Zurüstteile entfernt werden, die geht ganz leicht.

Hier der fertile Rahmen nach dem entfernen eines Stücks Metall. Der 8 Polige NEM Sockel wurde ebenfalls beseitigt, denn er benötigte unnütz zu viel dringend benötigten Platz, so musste ich halt den Decoder durch anlöten direkt verbinden.

Um die Haftung und dadurch die Stromaufnahme um einiges zu verbessern habe ich eine kleine Metall- Blattfeder (ß Foto links) unter die mittlere Achse gelegt. Alternativ könnte man (aber dies ist eine riskante Operation), das Fahrwerk modifizieren in dem man die Achsen, bzw. die Räder mit den Haftreifen in die Mitte verschiebt. Jetzt läuft meine 245 super und bleibt nicht mehr an schwierigen Stellen wie z.B. auf den Herzen der Weichen, stehen.

Nun können wir ruhig den Decoder mittels Anlöten mit dem Motor laut Schaltplan des Decoders verbinden (Praktisch müssen 4 Kabel miteinander verbunden werden, 2 von den Stromabnehmern und 2 vom Motor).

Achtung, kontrolliert die beiden vom Motor kommenden Kabel, bei meiner Lok waren sie stark gequetscht und es bestand ein ernsthaftes Risiko eines Kurzschlusses und auf Grund dessen die Zerstörung des Decoders. Ich habe sie einfach getauscht.

Auf dem Foto links, könnt ihr auch sehen wie ich den Lautsprecher (in den ursprünglich für den Decoder vorgesehenen Ort) und den Puffer- Kondensator zu 220 Mikrofarad, sowie den Decoder selbst eingebaut habe.

Eine Rangierlok muss... rangieren!

Deshalb habe ich mich entschlossen 2 ferngesteuerte Digital- Kupplungen einzubauen. Die Wahl ist auf die Krois gefallen: ich habe die MK2 in MK1 konvertiert in dem ich vorne das Zünglein abgeschnitten habe damit sie besser endkuppeln. Die Kupplungen haben NEM 362 Anschlüsse und sind somit an der 245 Comofer problemlos montierbar. Bleibt allerdings das Problem wo die dünnen Kabel verlegen?

Die folgenden Fotos zeigen den Verlauf der Kabel

Den Kabel der von der vorderen digitalen Kupplung kommt habe ich entlang der Stromabnemerlamelle der Lokomotive (roter Pfeil) verlegt. Um die Kabel dort pündig verlegen zu können (dies ist zwingend notwendig damit man das Gehäuse wieder schliessen kann) musste ich mit einem Furniermesser 1mm vom schwarzen Plastik entlang der Stromabnemerlamelle entfernen. Das selbe natürlich auch auf der anderen Seite.

Anders der Kabelverlauf für die hintere digitale Kupplung. Wie auf dem Foto zu sehen ist, musste ich die Kabellitzen an einigen Stellen ankleben. Was die korrekten elektrischen Verbindungen zwischen Decoder und den digitalen Kupplungen anbelangt findet man eine detailierte Beschreibungen im Handbuch von Decoder und Kupplung.

Der Einbau ist nun abgeschlossen, bleibt nun noch zu Sicherheit ein paar Funktions Tests auszuführen und wenn alles passt können wir unsere 245 Comofer wieder im umgekehrter Weise als zu beginn dieser Beschreibung beschrieben wieder zusammen zu bauen.

Viel Spass mit diesem wirklich schönen und nun auch sehr gut in digital funktionierenden Modell und dem wirklich absolut realistischen Loksound!

Zum Abschluss möchte ich noch Herrn Paolo Portigliatti danken, für die von ihm erhaltenen und wirklich sehr nützlichen Ratschläge, denn nur dadurch war es mir möglich dieses Projekt zu realisieren, Danke!

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